Rathausneubau

Gemeinsames Rathaus für Hainburg

Der Bau für das erste gemeinsame Hainburger Rathaus geht gut voran – Rohbau und Fassadenarbeiten fast abgeschlossen – Innenausbau weit fortgeschritten -Außenanlagenbau startet

In der Preisgerichtssitzung, besetzt aus Fachleuten und Mitgliedern aus allen Fraktionen, wurden am 17.04.2018 die 14 eingereichten Entwürfe bewertet. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Ferdinand Heide stimmte einstimmig für den Entwurf des Büros STUDIOBORNHEIM Unger Ritter Architekten aus Frankfurt am Main.

Der zweigeschossige Siegerentwurf ist im Grundriss ein quadratischer Baukörper, sensibel und angemessen auf das Wettbewerbsgrundstück abgestimmt. Der Grünzug an der Landstraße bleibt erhalten, das Gebäude orientiert sich zur Kirchstraße und springt nur geringfügig in der Gebäudeflucht zum Bankgebäude zurück. Hierdurch bildet sich ein kleiner Vorplatz der in den Eingangsbereich des Rathauses hineinführt. Die wichtigsten, öffentlichen Anlaufstellen, Bürgerservice und Bauamt, sind im Erdgeschoss angeordnet und die Barrierefreiheit durch den ebenerdigen Eingang und einen Aufzug gewährleistet. Das Trauzimmer, die Fachbereiche Zentrale Dienste, Finanzen und Soziales, sowie die Sozialräume sind im Obergeschoss. Kurze Wege und Bürgernähe sind durch zwei Treppenhäuser und eine Freitreppe gegeben. Besonders hervorzuheben sind die beiden Innenhöfe. Sie belichten die „innen“ liegenden Räume, sind aber auch ein wichtiges Element des Klima- und Energiekonzepts des Hauses. Eine energiesparende, natürliche Querlüftung und Belichtung ist hierdurch gewährleistet. Zukunftsweisend ist die Konstruktion und Materialisierung des Gebäudes. Auf teure Materialien wird weitestgehend verzichtet. Das Untergeschoss, die Treppenhäuser und die aussteifenden Kerne sind massiv in Beton gehalten. Decken und die Innenseite der Pfosten-Riegel Fassade sind aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Außen hin tritt Glas und Baubronze in Erscheinung. Die Glashalteleisten sind als Lisenen ausgebildet und verleihen dem Gebäude ein modernes, strukturiertes und klar gegliedertes Erscheinungsbild. Die Fassaden sind pflegeleicht und werthaltig – hierdurch reduzieren sich zukünftige Unterhaltskosten.

Baubeginn am 14. Mai 2020-Arbeiten weit fortgeschritten


Gut voran schreiten die Arbeiten am ersten gemeinsamen Hainburger Rathaus. Die Fenster-Fassade im Aluminium-Holz Verbund ist fertiggestellt und an der Holzständerkonstruktion montiert, aktuell kann man das spätere Erscheinungsbild der Fassade schon gut erkennen.

Auch die Metallverkleidung, welche die Holzständerkonstruktion schützt und eine architektonische anspruchsvolle Verbindung der Bauteile darstellt ist fast fertig montiert. Hierbei handelt sich um ein Metall, welches auch als Baubronze bezeichnet wird und eine inhomogene Struktur entwickelt. Die Bleche werden im Rohzustand montiert und erscheinen zunächst in einem fast golden wirkenden Farbton. Zur Entfettung und um den natürlichen Verwitterungsprozess zu beschleunigen wird das Material vorbehandelt, sodass die Fassade schneller den gewünschten bronzenen Farbton und die endgültige Farbgebung bekommt und dadurch das dezente Erscheinungsbild des Rathauses unterstreicht. Die Metallfläche ist sehr langlebig und im Gegensatz zu Putz- oder Holzfassaden wartungsfrei.

Das Dach ist komplett abgedichtet und die Dacheinläufe an das Zisternen- und Versickerungssystem angeschlossen, so dass jetzt bereits das Regenwasser in den Speicher mit rd. 250 m³ läuft bzw. bei einem Überlauf vor Ort versickert wird. Wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser ist gerade durch die Starkregenereignisse der letzten Wochen und Monate wieder deutlich geworden. Hier gehen wir mit einem guten Beispiel voran.

Das neue Hainburger Rathaus wird mit modernster Energietechnik ausgestattet, die gesamte Dachfläche des Rathauses ist mit einer Photovoltaikanlage versehen. Die Nennleistung dieser Anlage ist mit rd. 60 kWp angegeben und ist dafür ausgelegt, die komplette Stromversorgung des Rathauses sowie die zwei Luftwärmepumpen zur Speisung der Fußbodenheizung abzudecken. Überschüssige Energie aus der Photovoltaikanlage wird im Batteriespeicher mit einer Nennkapazität von 84 kWh gespeichert.


Auch im Innenbereich des Rathauses laufen die Arbeiten auf Hochtouren, die Elektroinstallationen sind größtenteils abgeschlossen und es wurden rund 26 km Kabel gezogen. Der Trockenbau hat die Wände fertiggestellt und beginnt die Akustiklochdecke einzubauen. Der Bodenaufbau mit der Fußbodenheizung zeigt sich weit fortgeschritten und die Stahltreppenkonstruktionen sind eingebaut. So sind die künftigen Büro-, Besprechungs- und Sonderräume schon gut zu erkennen und das Gebäude zeigt seine innere durchdachte Struktur. Daneben sind die Gewerke Sanitär und Lüftung fast mit Ihren Arbeiten am Ende, so dass der weitere Ausbau zügig weitergehen kann.

Im Bereich der Außenanlagen sind die Arbeiten unter der Erde bereits erfolgt, Anschlüsse für Wasser, Strom und Telekomunikation sind aktuell in Arbeit und die Herstellung der Außenanlagen startet Anfang Mai mit dem Vorplatz und dem rückwertig geplanten Parkbereich. Im Bereich der Parkplätze wird auch der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität in Hainburg konsequent fortgeführt.

Sehr positiv ist, dass alle Aufträge vergeben werden konnten und vom Kostenrahmen, trotz der aktuellen Situation, keine großen Überraschungen auf uns zugekommen sind. Gerade im Laufe des vergangenen Jahres sind bei vielen Gewerken die Kosten nahezu explodiert und es ist gut, dass die Gewerke Heizung, Innenausbau und Holzbau noch zu Preisen vergeben werden konnten die im Rahmen der Kostenschätzung lagen. Wären die Ausschreibungen einige Monate später gewesen, wären die Preise höchstwahrscheinlich um das 1,5 bis 2-fache für die gleiche Leistung gestiegen. Auch erfreulich ist, dass im Innenausbau einige Gewerke an Hainburger Firmen vergeben werden konnten, die bei den Ausschreibungen das wirtschaftlichste Angebot abgegeben haben. Was sich allerdings jetzt bemerkbar macht ist, dass nicht alle Baustoffe und Ausbauteile so auf dem Markt verfügbar sind, wie sie benötigt werden oder teils sehr lange Lieferzeiten haben, so dass der Baufortschritt nicht so zügig voranschreiten konnte, wie es der Zeitplan vorsah.
Zurzeit kann man davon ausgehen, dass das Gebäude im Sommer fertiggestellt wird und anschließend der Umzug der Verwaltung stattfinden kann.